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Recht / Zivilrecht 
Mittwoch, 20.11.2019

Airline muss Flugzeitänderung rechtzeitig mitteilen - Bei späterem Abflug Entschädigung nach EU-Fluggastrechte-Verordnung möglich

Eine Airline muss Passagiere über geänderte Flugzeiten ausdrücklich informieren – und zwar zwei Wochen vor der planmäßigen Abflugzeit. Pauschalurlaubern steht ansonsten eine Entschädigung gemäß der EU-Fluggastrechte-Verordnung zu. So entschied das Amtsgericht Nürnberg (Az. 19 C 7200/18).

Ein Mann wollte mit seiner Familie in Urlaub fliegen. Der Flug wurde von früh morgens auf abends verschoben. Davon erfuhr der Pauschalreisende aber erst wenige Tage vor dem Abflug, als er auf der Buchungsseite Sitzplätze reservieren wollte. Er war der Auffassung, dass er nicht rechtzeitig informiert wurde und forderte für sich und seine Familie eine Ausgleichszahlung in Höhe von 1.600 Euro (400 Euro pro Person für die mehr als 1.500 Kilometer lange Strecke).

Das Gericht gab ihm Recht. Die Fluglinie hätte die Passagiere ausdrücklich und rechtzeitig – d. h. innerhalb einer Frist von zwei Wochen – über geänderte Flugzeiten informieren müssen. Es genüge nicht, dass der Pauschalreisende auf der Buchungsseite der Fluglinie von der geänderten Flugzeit erfahren habe. Der Hinweis stand dort der Allgemeinheit zur Verfügung, habe sich aber nicht direkt an den einzelnen Passagier gewendet. Eine Kontaktaufnahme des Fluganbieters mit dem Reisebüro oder Reiseveranstalter reiche auch nicht aus, da beide keine Empfangsvertreter des Kunden seien.

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