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Steuern / Einkommensteuer 
Dienstag, 08.01.2019

Aufwendungen für wissenschaftlich nicht anerkannte Heilmethoden auch ohne ausführliches Gutachten steuerlich abzugsfähig

Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz entschied in einem rechtskräftigen Urteil, dass die Vorlage eines knappen amtsärztlichen Attests ausreichend sein kann, damit Aufwendungen für wissenschaftlich nicht anerkannte Heilmethoden als außergewöhnliche Belastungen steuerlich abzugsfähig sind (Az. 1 K 1480/16).

Im vorliegenden Fall ließen die Kläger ihre schwerbehinderte Tochter in einem von zwei Heilpraktikern betriebenen “Naturheilzentrum” behandeln. Nachdem die Krankenkasse die Erstattung der Kosten i. H. von 16.800 Euro abgelehnt hatte, machten die Kläger die Aufwendungen im Rahmen ihrer Einkommensteuererklärung als außergewöhnliche Belastung geltend und legten ein privatärztliches Attest einer Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde (Homöopathie) vor. Die Ärztin kam zu dem Ergebnis, dass bei dem schweren Krankheitsbild jeder Versuch, das Ergebnis zu verbessern, für die Familie wichtig und auch medizinisch jeder positive Impuls für das Kind zu begrüßen sei, weshalb sie auch ärztlich die Teilnahme am Förderprogramm des Naturheilzentrums empfehle. Das beklagte Finanzamt berücksichtigte die Behandlungskosten nicht. Die knappe Äußerung des Amtsarztes stelle kein “Gutachten” dar. Die Klage hatte vor dem FG Rheinland-Pfalz Erfolg.

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